Sylvia Houschka Immobilien - Sylvias Welt


Nun IXEN beide Beine

GESUNDHEIT ist ALLES!  Ohne Gesundheit ist alles nichts!

Diese Erfahrung macht wohl jeder einmal.

Ausgerechnet im Frühjahr, beste Zeit für die Makler, ereilt mich die Nachricht:
Frau Houschka, Sie müssen schnellstens operiert werden.
In meinem Kopf kreiselt alles gleichzeitig. Ich weiß, dass ich für ca. 12 Wochen ausfalle.

Also, ich habe ja nichts am Kopf, sondern am Bein, also Kopf sortieren und überlegen:
- ca. 30 Objekte auf 0 stellen? Geht nicht, jetzt suchen die Interessenten, Verkäufer wären auch sauer.
- Umsatzeinbußen  - geht nicht – das FINANZAMT möchte Geld, das Gewerbeamt auch, die Werbung kostet viel Geld usw.

Ich muss also im April noch schnell Umsatz machen. 2 Tage vor der Operation verkaufe ich ein Haus in Neulögow.
Nun eine Vertretung suchen. Nun zahlt sich die Einstellung aus. Erst geben und dann nehmen.
Alle Eigentümer werden informiert, dass nun eine Vertretung koordiniert. Brief verfassen, Listen erstellen, Startseite ändern, Abwesenheitsnotiz und das schlimmste – ABLAGE -

Bei der Vollnarkose habe ich sicherlich noch vom Energiepass geträumt und ein Exposè in Gedanken erstellt. Jedenfalls wussten alle Ärzte, dass ich Makler bin.
In Trance unterschrieb ich danach, wovon ich nichts wusste, zum Glück war es nur der REHA – Antrag und andere Formalitäten.

Der Mensch ist schwach: 8 Tage nicht geraucht; die ersten 3 Züge, furchtbar! Die 2. musste und ab der 3.Zigarette war die Welt wieder in Ordnung. Es gab sogar einen Raucherbalkon mit herrlicher Aussicht auf die denkmalgeschützten und restaurierten Bauten der Sana-Klinik/ Hellmuth – Ulrici - Kliniken (Baujahr 1912 – 1914) in Sommerfeld bei Kremmen..

Übrigens eine Klinik, die ich empfehlen kann, sowohl von der ärztlichen Betreuung, als auch vom Komfort in der REHA am Wald und in Wassernähe.

Kontakte:
Man ist in einer anderen Welt. Abgeschottet von Preisverhandlungen und anderen geschäftlichen auf einmal Nebensächlichkeiten, widmen sich alle einem Thema, nämlich der eigenen Krankheit, der der Anderen, der Gesundung, wann wird man entlassen, wie oft wurde jeder schon operiert, warum 3 x Mal, war es ein Materialfehler oder wurde man schon in Buch operiert und dann in Sommerfeld?
Schnarcht mein Bettnachbar im 2-Bettzimmer und wie oft hat er gepupst?

Jedenfalls sind fast alle Patienten im mehr oder weniger trotteligen und bequemen Jogginganzug und üben wieder das Laufen. Einigen Beinchen mit dicken Knien oder ausgewechselter Hüfte fällt es schwer ca. 100 kg zu tragen. So mancher wird sich nun auch fragen, warum habe ich nicht mehr Sport getrieben, meine Muskeln gestärkt und ggf. weniger gegessen??
Hier ein netter Gruß an die Raucher, die natürlich wie überall, wesentlich kommunikativer durch die automatische Gruppenbildung, sind.

Die Witze sind makaberer, als in der „richtigen Welt“: Sagt der Arzt: „Zuerst die schlechte Nachricht. Sie haben noch 14 Tage zu leben. Nun die Gute: Wenn wir Glück haben, können es 2 Wochen werden.“

Ich sitze nun wieder im Büro und lade ca. 400 E-Mails.
Noch wirken meine Schmerztabletten.

So richtig wird es wohl wieder erst ab Juni/ Juli losgehen mit den Besichtigungen, schade. Aber es ist auch ein Krampf einen Vorgang zu bearbeiten, Krücken (=Gehhilfen) nehmen zum Kopierer, eine Krücke ablegen, ein Blatt auflegen, warten, Blatt nehmen, zum Schreibtisch humpeln, hinsetzen – lochen, auf 2 Krücken stützen – 2. Blatt nehmen – wieder abheften – und nun den dicken Ordner wuchten irgendwie, zwischendurch fallen die Krücken um – nun mit gelerntem Ausfallschritt behände die Krücken aufheben und alles mit einem 2. Anlauf versuchen.

Manchmal zwingt einen das Schicksal zur Ruhe und auch ein ungeduldiger Mensch muss es akzeptieren.
 
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